Telquist (DE)

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Fr. 14.01.2022 Einlass: 19:30 h Beginn: 20:00 h
Zwei Coole stehen an der Ecke. Zwei junge Kenner der Musikwelt. Der eine ein Beck Hansen der Jetzt-Zeit und behauptet: „Telquist wird ein Star.“
Darauf der andere, der mit dem Joy Division-Shirt und der Seemannsmütze: „Moment. Telquist ist doch schon ein Stern. Ein aufgehender Stern am Himmel der jungen Musiker in diesem Land. Zieh´dir dies rein!“
Und er feuert von seinem Fon das „Wild Haired“-Album ab.
Und man hört ihn strahlen, den Telquist-Stern. Nicht grell und aufdringlich nervig. Sondern in einem sehr eigenständigen, geschmackvollen Licht. An den Ausläufern des Scheins halten sich notwistige Beatstrukturen und Klangwabernde Schimmer, in denen man sich für 45 Minuten baden möchte. So lange blitzt und blinkt, leuchtet und glimmert Telquists Musik im arschcoolen Mood der aktuellen Jugend, jedoch scheuen sich die Prismen der Lieder überhaupt nicht in die Ecken der slacker- wie hymnenhaften 90ies zu stechen. Da blitzt die zwischen Beck und Eels liegende Lässigkeit auf, fast anmutig nostalgisch wie in „Nostalgia“ oder „Trash Talk.“
Der Titeltrack „Wild haired“ rotzt im Schwebegewand durch den Raum.
Hat Granddaddy ihren damaligen Indiehit „AM 180“ für eine ganze Bewegung geschrieben, so ist nun mit „Mojo“ von Telquist eine neue Hymne der Lockerheit am Start, für die man sich auf den Tanzflächen dieser Welt vereinen sollte! Die Hookline eine Melodie.
Fast tribig hingegen, mit stillen Klangtropfen, das liebliche und doch vehement aufs Gehör tropfende „Chills“. Was? Genau: „Chills“ mal, Oida! Zum Beispiel mit dem Geschmack frischer Zitronenlimo und dem Skateboardfahrtwind im Gesicht zu „Taste“.
Bei allen zugänglichen Melodien streicht immer ein Hauch experimenteller Drang nach besonderen, teils schrägen, teils weichzeichnerischen Sounds über die Songs. Hier ein „Bababa“ eines verzerrten Damenchors, dort eine anfangs die weiße Fahne des Ausbrennens wedelnde Flacke einer Windflöte, die sich im Refrain zu einer Hook der Schönheit wandelt („Low Flying Birds“). Aber jede musikalische Entscheidung so geschmackvoll treffsicher wie ein Pfeil von Wilhelm Tel(lquist).
Telquist fordert zur Spritztour in „Cheesy Cars“, in denen man bei geschlossenen Augen Galaxische Bildströme ebenso erkennt, wie die staubigen Weiten des Regensburger Hinterlandes. Die Elektronik kämpft mit dem Organischen bei „High&Low“, tollerweise halten sich beide in wunderbarer Balance.
Dem oft erzählerischen Ton der Strophen folgt im Refrain eine Dualität der Oktaven, erhellt Dynamik und Atmosphäre.
Stets könnte man meinen, stimmlich erinnert der Gesang an Milky Chance oder J.Mascis, und doch ist er so eigenständig wie Telquist, out of Regensburg. „Wild Haired“ People werden weltweit ihren Gefallen an diesem Album finden. Ebenso die fein Frisierten. Und ganz bestimmt auch diejenigen ohne Haare.
„Am i right?“, fragt der mit dem Joy Division-Shirt.
„Lass nochmal hören“, sagt Beck Hansen.


 

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